Insel Rügen
und die Fossilien
der Schreibkreide

Fossilien Menü

Bivalvia ( Muscheln )
  Die Muscheln sind die allgemein bekanntesten wirbellosen
Wassertiere. 3/4 der 20.000 heutigen Arten leben im Meer,
der Rest im Süßwasser. Die Mollusken weisen zwei Mantel-
lappen auf, die in der Lage sind an ihrer Außenseite ein
Kalkgehäuse abzuscheiden. Sie bestehen im allgemeinen
Calcit und Aragonit. Die Gehäuse sind meist dreischichtig
aufgebaut. Die äußere Schicht besteht aus Conchyolin, die
mittlere setzt sich aus Kalzitprismen zusammen und die
innere Schicht besteht aus Perlmutt - oder porzellanartig
ausgebildetem Aragonit. Die Schalendicke kann bei den
verschiedenen Arten von wenigen zehntel Millimeter bis
mehreren Zentimeter variieren. Auf der Rückseite werden
die Schalen durch das elastische Ligament zusammengehalten.
Schließmuskel, die an den Schaleninnenseiten anhaften,
ermöglichen ein öffnen und schließen der Schalen und
schützen den Weichkörper vollends. Als Scharnier dient ein
Schloss, das verschiedene Aufbauformen aufweisen kann. So
kommen Schlösser mit oder ohne Zähne, mit variabler
Zahnzahl oder Größe vor
Muscheln Schema

in der Rügener Schreibkreide kommen nachgewiesen Muscheln
mit
1. dysodontem
2. isodontem
3. pachydontem
Schloss vor.

Aufgrund des enormen Gebirgsdrucks und einer schwachen
Prismenschicht ist es schwierig, Muscheln von zartem
Schalenaufbau zu bergen. Beim aufbrechen der Kreide bleibt
die strukturisierte Außenseite der leicht zerbrechligen
Gehäuse im Sediment haften.Besser ist es, wenn die Muschel-
schale auf Feuerstein sitzt
.

nach oben

Muschel Steinkern
Der Steinkern dieser Muschel in Feuersteinerhaltung lässt
schwer die Art bestimmen, wichtige Gehäusemerkmale wie
Schloss oder Oberflächenskulpturierung sind nicht vorhanden.

nach oben

Pycnodonta
Pycnodonta vesicularis (Lamarc)
alle Exemplare der Sammlung
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Abraumhalde, 2002
Pycnodonta
Die dickschalige Auster Pycnodonte vesicularis kommt sehr häufig
in der Rügener Schreibkreide vor. Sie lebten mit der linken unteren
Klappe im Wirbelbereich auf dem Sediment festgewachsen. Die Unter-
klappe ist tief schüsselförmig ausgebildet und hat einen spiral
eingerollten Wirbel. Der große Schließmuskel liegt zentral im
zahnlosen Schloss (dysodont). Das große, zum Teil innere Ligament
in einer flachen, meist trapezförmigen Eindellung unter dem Wirbel
ist fein quergestreift ( siehe Abb. rechts Mitte ). Die Oberklappe
ist flach deckelförmig. Ausgewachsen erreicht bei dieser Art die
linke Klappe eine Höhe von 10 cm und eine Schalendicke von 2, 5 cm.
Die Schale besteht aus vielen Wachstumslamellen. Es wechseln sich
dünne glatte Lamellen mit dickeren an der Oberseite blasig struktu-
rierten Lamellen ab. Jugendstadien dieser Art werden häufig auf
Seeigelgehäusen, großen Austern oder Belemnitenrostren gefunden.

Pycnodonta
An der Geröllküste findet man meist stark abgerollte Dickmuscheln.
In der anstehenden Kreide sind komplett erhaltene Schalen
verschiedener Altersstufen zu finde

Pycnodonta
Juveniles Exemplar, dünnschalig, ca 2,5 X 2,5 cm.
Deutlich ist rechts die Ansatzfläche als Negativ einer älteren
Pycnodonte zu erkennen. Unten haftet eine Bryozoenkolonie von
Membranipora elliptica auf dem Gehäuse

nach oben

Syncyclonema
Syncyclonema nilsoni ( Goldfuss 1835 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, anstehende Kreide, 2002
Syncyclonema

Die Muscheln haben eine glatte, sehr dünne Schale mit
erkennbaren Anwachslinien und erreicht eine Größe bis 4 cm.
Die Ohren sind asymmetrisch

nach oben

Plagiostoma
Plagiostoma
Plagiostoma hoperi ( Mantell 1822 ) ?
Unteres Maastricht
Kreidewerk Klementelvitz,
Schlämmfund aus der Produktion,
Geschenk von den Kreidewerkern
1968

Plagiostoma
Die Muscheln besitzen ein Schloss mit zwei gleichen, hakenförmigen
und symmetrisch angeordneten Zähnen .Beide Klappen tragen kräftige
Radialrippen. und sind stark gewölbt, ihre Höhe liegt bei 3 cm.
Der Steinkern in Feuersteinerhaltung beider Klappenabdrücke lässt
schwer die Art bestimmen, wichtige Gehäusemerkmale wie Schloss
oder Oberflächenskulpturierung sind nicht vorhanden.

nach oben

Gyropleura
Gyropleura cypliana ( De Ryckholt 1853 )
2 x als Epifauna auf einem Belemnitenrostrum
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, anstehende Kreide, 20002

Gyropleura
Die Muscheln besitzen ein Schloss mit breiten stark vergrößerten
Zahntypen. Die rechte Klappe ist stark gewölbt und der Wirbel
spiral eingedreht und mit dieser Klappe ist sie mit dem Untergrund
verwachsen. Die linke Klappe ist flach deckelförmig ausgebildet
und weist wie die linke Klappe eine kräftige Radialsculptur auf.

nach oben

Pinna Decussata
Pinna decussata ( GOLDFUSS, 1835 )
Schalenbruchstück auf Feuerstein
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Abraumhalde, 2002

Pinna
längliche bis 20 cm große Steckmuschel, die fast vollständig im
Sediment lebte. Nur das offene Hinterende ragte aus dem Meeresboden.
Die Klappen mit den radialen Rippen sind sehr dünnschalig und daher
fast nur zerbrochen auf Feuerstein zu finden.

Desktop Desktop Version

nach oben