Insel Rügen
und die Fossilien
der Schreibkreide

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Echinodermata
( Stachelhäuter )
Crinoidea
( Seelilien )

Seelilien Schema
Crinoidea ( Seelilien )
Seelilien gliedern sich in Wurzel, Stiel, Kelch und Arme und
bestehen aus zahlreichen Platten und Segmenten. Im Gegensatz
zu den Hartteilen nehmen die im Kelch und Krone befindlichen
Weichteile einen verhältnismäßig kleinen Raum ein. Neben den
vielen festsitzenden Formen kommen auch frei schwimmende
Seelilien vor.

In der Rügener Schreibkreide sind in den Schlämmrückständen
meist nur zerfallene Stiel - und Armglieder zu finden


Nielsenicrinus agassizi ( v. Hagenow 1840 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002

Isselicrinus buchii ( Roemer 1840 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002

Bourgueticrinus constrictus ( v. Hagenow 1876 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002

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Echinodermata ( Stachelhäuter )
Echinoidea
( Seeigel )

Seeigel Schema
Echinoidea ( Seeigel )
Die Seeigel ( Echinozoa ) sind armlose, ungestielte, frei lebende
Echinodermen. Ihre Gestalt ist kugelig, oval, scheibenförmig oder
herzförmig und wird von einem aus zahlreichen Kalkplättchen
bestehenden Gehäuse umgeben. Bei geologisch älteren Vertretern sind
die Kalktäfelchen dachziegelartig übereinander gelagert. Später
fügen sie sich dagegen mit glatten Nähten zu einer festen Kapsel
zusammen. Die Platten tragen bewegliche Stachel, die fossil
abgefallen sind und isoliert gefunden werden oder in der Kreide
Rügens z.B. in der Nähe des Seeigels eingelagert sind. Die Kalk-
platten der Kapsel ( Corona ) sind in Meridionalreihen zwischen
Scheitel und Mundöffnung in 5 Ambulakral und 5 Interambulakral-
felder eingeteilt. Die Platten der Ambulakralfelder tragen Poren
zum Durchlass für die Ambulakralfüßchen. Das Mundfeld ( Peristom )
liegt auf der abgeplatteten Unterseite ( Oralseite ) zentral oder
exzentrisch nach vorn gelagert. Das Afterfeld ( Periprokt ) liegt
auf der gewölbten Oberseite im Scheitel ( REGULÄRE ECHINIDEN )
oder nach hinten oder bis zur Unterseite verschoben ( IRREGULÄRE
ECHINIDEN ). Die Anordnung der Ambulakralfelder, die Lage und
gegenseitige Stellung von Mund und After sind die wichtigsten
Grundlagen zur Bestimmung der Seeigel.
Stereocidaris
Stereocidaris
Unteres Maastricht
Ackerfund bei Samtens, 1969

Stereocidaris
Platten, Stachel und Stachelkronen,
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002
Cidaridae
Vertreter dieser Familie sind in der Schreibkreide Rügens selten
komplett erhalten. Häufig werden in den Schlämmrückständen isolierte
Platten und Stachelabschnitte gefunden. Sie gehören zu den regulären
Seeigeln. Das Gehäuse hat eine kugelige Gestalt, an den Oral - und
Aboralseiten leicht abgeflacht. Die Platten der Interambulakralfelder
tragen je eine Stachelwarze, umgeben von einem Warzenhof. Die
Platten der Ambulakralfelder tragen die Ambulacralporen. Die Primär-
stacheln sind lang und kräftig und bestehen aus einem Stück. Sie
haben an ihrer Basis eine Gelenkpfanne, an der sie durch Muskelfasern
mit der Corona verbunden sind. Die Stacheln besitzen regelmäßige
Dornenreihen. Die Kronen der Primärstacheln sind unterschiedlich
ausgebildet.
Ein vollständig erhaltenes Exemplar werde ich bildlich erst durch
ein von mir persönlich geborgenes darstellen ( d.A. ).

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Echinocorys ovatus
Echinocorys ovatus
Echinocorys ovatus ( Leske 1778 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Wittenfelde, anstehende Kreide, 2002

Echinocorys
In der Schreibkreide Rügens sind häufig und gut erhaltene Seeigel
dieser irregulären Art zu finden. In der anstehenden Kreide ist das
Bergen der Gehäuse sehr schwierig, wenn das Innere nicht durch einen
Feuersteinkern ausgefüllt ist. Oft sind die Gehäuse durch den starken
Gebirgsdruck stark deformiert. Die Größe der zu findenden Exemplare
liegt zwischen 40 und 120 mm. Die Basis ist flach und eiförmig mit
zugespitztem Hinterende. Das Gehäuse ist hochgewölbt kegelförmig.
Die Porenpaare sind klein und schwach gejocht. Im Strandgeröll findet
man die abgerollten Steinkerne dieses irregulären Seeigels.

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Galerites VulgarisGalerites Vulgaris
Galerites VulgarisGalerites Vulgaris
Galerites vulgaris ( Lambert 1911 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Wittenfelde, anstehende Kreide, 2002
unten rechts ein abgerollter Steinkern

Galerites
sind in der Schreibkreide Rügens häufig und gut erhalten wenn das
Innere durch einen Feuersteinkern ausgefüllt ist. Die Größe der zu
findenden Exemplare liegt zwischen 20 und 50 mm. Die Basis ist
rund bis oval, das Gehäuse kugelig bis leicht kegelförmig. Die
Plattengrenzen sind meist nur schwach zu erkennen. In der Vergrö-
ßerung erkennt man bei gut erhaltenen Formen die kleinen durchbohr-
ten und gekerbten Stachelwarzen. Im Strandgeröll findet man die
abgerollten Steinkerne dieses irregulären Seeigels.

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Phymosoma
Phymosoma princeps ( v.Hagenow )
Unteres Maastricht
Kolicker Ufer, Strandfund, 2003
Phymosoma
In der Schreibkreide Rügens sind nicht so häufig und selten gut
erhaltene Seeigel dieser regulären Art zu finden. In der anste-
henden Kreide ist das Bergen der Gehäuse sehr schwierig, wenn das
Innere nicht durch einen Feuersteinkern ausgefüllt ist. Oft sind
die Gehäuse durch den starken Gebirgsdruck stark deformiert und
in einzelne Platten zerfallen. Die Coronen erreichen einen Durch-
messer von 60 mm bei 22 mm Höhe. In jeder Reihe sind 10-12 Platten
mit einer großen nicht durchbohrten Warze. Dieses halb in Feuer-
stein eingeschlossene Exemplar hat einen Durchmesser von 30 mm
bei 12 mm Höhe.

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Salenia
Salenia
Unteres Maastricht
Kollicker Ufer, Strandfund, 2003
Salenia
Diese kleinen reguläre Seeigel erreicht eine Größe von 10 bis 20 mm
Durchmesser, hier sind es 8 mm. In der Schreibkreide sind sie garnicht
so selten, werden aber häufig in den Schlammrückständen gefunden. Die
Reihen tragen 4-5 Platten mit je einer großen nicht durchbohrten Warze.

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Echinodermata ( Stachelhäuter )
Asteroidea ( Seesterne )
Seesterne bilden um den Zentralkörper 5 Arme. Das Skelett besteht aus
zahlreichen, durch Muskel miteinander verbundenen Platten mit ver-
schiedenen Anhängen. Die Asteroiden der Rügener Schreibkreide werden
nur in Form von wenigen zusammenhängenden Teilen in der anstehenden
Kreide oder als Einzelteile in den Schlämmrückständen gefunden. Eine
Zuordnung zu einer bestimmten Art ist daher fast unmöglich.
Asteroidea
einzelne Fragmente von Asteroiden
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002

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