Insel Rügen
und die Fossilien
der Schreibkreide

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Sedentaria ( Röhrenwürmer, Serpeln )
In der Rügener Schreibkreide sind oft Reste von
Sedentaria( Röhrenwürmer ), die zur Klasse der Polychaeta
( Borstenwürmer ) gehören, zu finden. Dabei handelt es
sich um Kalkröhren, die von den Würmer als Wohnröhren,
auf dem Untergrund fest aufsitzend, gebildet werden. Als
Untergrund kommen sowohl fester Sedimentboden als auch
Schalen von Muscheln oder Seeigelgehäuse in betracht. Es
kommen unregelmäßig gekrümmte, knäuelförmige, und
spiralige Wachstumsformen vor. Wachstumszyclen sind durch
Knotenbildungen gekennzeichnet. Weichteile der Röhrenwürmer
sind fossil nicht erhalten. Anhand der Gehäuse kann ein
Vergleich mit rezenten Individuen vorgenommen werden. Der
Körper ist gegliedert und im Kopfbereich mit Flimmerhärchen
bestückte Kiemententakel versehen. Mit ihnen wird gleich-
zeitig Nahrung eingestrudelt und Sauerstoff aufgenommen.

Serpulidae Schema


Glomerula
Glomerula gordialis ( Schlotheim 1820 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002
Glomerula
Die Röhren dieses Wurmes ändern ihre Wachstumsrichtung ständig.
Dabei entsteht ein knäuelähnliches Gebilde. Der Röhrendurchmesser
beträgt 1,0 bis 1,5 mm. Knäuel mit einem Durchmesser bis zu 1 cm
sind in der Rügener Schreibkreide häufig isoliert zu finden

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Conorca
Conorca trochiformis ( v. Hagenow 1840 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002
Conorca
Die Röhren dieses Wurms beginnen sich früh nach oben in immer größer
werdenden Windungen, also umgekehrt kegelförmig aufzurollen. Der
Röhrendurchmesser beträgt etwas über 1 mm. Das untere frühe Wachs-
tumsstadium, das dem Sediment aufsitzende Ende fehlt aufgrund seiner
Zerbrechligkeit immer. Die Anwuchsmarken sind auf Austernschalen oder
Seeigelgehäusen zu finden. Die aufgerollten Röhrenkegel erreichen
eine Höhe von 1 cm und werden isoliert im Sediment gefunden. Am
häufigsten findet man die Art Conorca.

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Tetraserpula
Tetraserpula canteriata ( v. Hagenow 1840 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002
Tetraserpulaitrupa
Die Röhren dieses Wurmes sind leicht gekrümmt und haben einen
vierkantigen Querschnitt. Anwachsstellen werden nie gefunden
und sie sind an beiden Seiten offen. Der Durchmesser der Röhren
beträgt 3 bis 4 mm.

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Sclerostyla
Sclerostyla
Sclerostyla macropus ( Sowerby 1829 )
mit dreieckigem Querschnitt
fixiert auf einer Echinoidenplatte
Sclerostyla macropus ( Sowerby 1829 )
Unteres Maastricht
Kreidetagebau Promoisel, Schlämmrückstand, 2002
Sclerostyla
Die Röhren dieses Wurmes sind gestreckt oder leicht gebogen und
haben eine große Anwachsfläche. Der Querschnitt geht von einem
dreieckigen an der Anwachsstelle in einem 7 eckigen über. Der
Durchmesser erreicht 6 mm.

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